Neue Zertifikate für Lecksuchhunde - Auffrischungsschulung wird verpflichtend
Wir halten in unserem Kälte-Klima-Fachbetrieb einen Lecksuchhund und machen sehr gute Erfahrungen mit dieser Unterstützung. Gibt es nach Inkrafttreten der neuen EU‑F‑Gase‑Verordnung auch neue Anforderungen an die Ausbildung von Lecksuchhunden?
Ja – mit der neuen EU-F-Gase-Verordnung ergeben sich tatsächlich erweiterte Anforderungen. Da die Zertifizierung für natürliche Personen künftig auch die natürlichen Kältemittel Kohlenwasserstoffe, Ammoniak und Kohlenstoffdioxid umfasst, wurde ein entsprechendes System ebenfalls für Lecksuchhunde geschaffen.
Die EU‑Durchführungsverordnung 0104/2026, die zum 1. April 2026 in Kraft tritt, definiert drei neue Zertifikate, die den jeweiligen Einsatzbereich eines Lecksuchhundes eindeutig festlegen:
- Zertifikat H‑E‑A
Bescheinigt, dass der Hund Leckagen an Kälteanlagen, Klimaanlagen und Wärmepumpen mit fluorierten Treibhausgasen (F-Gasen) sowie Kohlenwasserstoffen (Propan) aufspüren darf. - Zertifikat H‑E‑B
Erlaubt die Dichtheitskontrolle an Anlagen, die mit Kohlenstoffdioxid (CO₂) betrieben werden. - Zertifikat H‑E‑C
Bestätigt die Befähigung des Hundes, Leckagen an Ammoniak‑Anlagen aufzuspüren.
Lecksuchhunde mit einem bestehenden Zertifikat H‑IV müssen bis spätestens 12. März 2029 eine Auffrischungsschulung absolvieren. Ein zentrales Element dieser Weiterbildung ist das Training zur Detektion von brennbaren Kohlenwasserstoffen, die besondere Anforderungen an die feine Spürnase der Hunde stellen.
Noch ungeklärt bleibt, wie künftig mit den Zertifikaten H‑E‑B und H‑E‑C verfahren wird.
Nach aktuellem Kenntnisstand existieren bislang nur wenige Lecksuchhunde, die auf CO₂ oder Ammoniak spezialisiert sind.
CO₂ stellt eine besondere Herausforderung dar, da es bereits in hoher Konzentration in der Atemluft vorkommt – eine klare Unterscheidung einer Leckage ist für Hunde daher schwierig.
Ammoniak hingegen besitzt einen extrem intensiven Eigengeruch, für den man keine feine Hundenase benötigt, weshalb fraglich bleibt, ob ein spezialisierter Spürhund hier überhaupt notwendig ist.

Lecksuchhund Leaky ist einer der ersten, der die Prüfungen für alle drei Zertifikate bestanden hat.

Für die H E A-Prüfung müssen zehn kleine Leckagen mit einem Kältemittelaustritt von 2,5 g/a an einer Propan-Leitung aufgespürt werden

Extrem gelitten hat der Lecksuchhund bei der Prüfung H-E-C. Er hat zwar alle 10 Ammoniak-Leckagen mit einer Leckrate von 1 bis 20 g/a gefunden. Gerade die größeren Lecks waren aber extrem belastend und das Auffinden machte dem Hund sichtlich wenig Spaß.

Lecksuchhund Leaky hat den Prüfungsparcour für die H-E-B-Prüfung in dem es 10 Leckagen mit CO2-Austritten zwischen 5 und 25 g/a aufzuspüren galt zwar mit Bravour gemeistert. Vermutlich hat er aber dabei mehr mit dem Gehör als mit der Nase gearbeitet. Ob diese Methode auch praxistauglich ist, darf bezweifelt werden.