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August 2021

Bördelverbindungen an Split-Klimaanlagen

Da es immer wieder widersprüchliche Aussagen zur Herstellung von Bördelverbindungen an den Verbindungsleitungen zwischen Innen- und Außengeräten von Split-Klimaanlagen gibt, würden wir gerne erfahren ob diese Verbindung nun erlaubt oder doch verboten ist. Können Sie dazu eine Aussage machen?


Für die Klärung Ihrer Frage schlagen wir folgende Vorgehensweise vor:

Am besten sollte doch der Hersteller wissen ob, eine solche Bördelverbindung erlaubt bzw. sicher ist oder nicht. In diesem Zusammenhang gibt es zwei wichtige Normen, die ein Hersteller von Split-Klimaanlagen heranziehen kann. Zum einem die DIN EN 378-2 und zum anderen die DIN EN 60335-2-40.

In den Bedienungsanleitungen bzw. Installationsanweisungen der Hersteller sind normalerweise Informationen dazu zu finden wie die Split-Klimaanlagen zu montieren sind. Hier ein paar Beispiele aus den Anleitungen verschiedener Hersteller:

·         Die kältetechnischen Rohranschlüsse dürfen innerhalb eines Gebäudes nur mittels der mitgelieferten Bördelmuttern genutzt werden. Die seitlichen Bohrungen in den Muttern dienen zur Druckentlastung bei Eisbildung.

·         Verbindungsstücke, die innerhalb belegter Räume nicht dauerhaft sind, sind bei R32 nicht zugelassen. Das gilt nicht für vor Ort erstellte Verbindungen, die die Inneneinheit direkt mit dem Rohrsystem verbinden. Vor Ort erstellte Verbindungen, die das Rohrsystem direkt mit Inneneinheiten verbinden, müssen nicht dauerhafter Natur sein.

·         Die Rohranschlüsse werden wie folgt hergestellt: Bördelverbindung für die Innengeräte, Niederdruck- und Hochdruckrohrleitungen, hartgelötete Verbindung für die Außengeräte.

In der DIN EN 378-2 findet man unter Punkt 6.2.3.3.2 „Besondere Anforderungen an den Einbau von Rohrleitungen für Anlagen, die für Kältemittel der Gruppen A2, A3, B2 oder B3 vorgesehen sind“ folgenden Text:

·         Rohrleitungen und Verbindungen in Split-Systemen müssen in einem Personen-Aufenthaltsbereich mit dauerhaften Verbindungen ausgeführt werden. Hiervon ausgenommen sind Verbindungen, durch die Innenraumgeräte direkt an die Rohrleitung angeschlossen werden.

Ein weiterer Zusatz befindet sich in der DIN EN 60335-2-40 Ed. 6.0 Abschnitt 22.118. Nach dieser Norm  darf eine Bördelverbindung am Innengerät verwendet werden, sofern gewährleistet ist, dass sie nicht wiederverwendet wird, wenn sie einmal geöffnet wurde.

Wenn Sie aber der Meinung sind, dass eine Bördelverbindung eine potenzielle Undichtigkeit am Innengeräte darstellen könnte, darf diese Verbindung durch eine dauerhafte Verbindung (Löten) ersetzt werden, um somit die Gefahr eines Austritts von (brennbaren) Kältemitteln zu unterbinden. Dies sollte aber in Rücksprache mit dem Hersteller geschehen, um etwaige Haftungs- bzw. Garantieansprüche zu berücksichtigen.