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Juni 2014

GWP-Werte

In den Berichten, die in den letzten Wochen zur Neufassung der F-Gase-Verordnung erschienen sind, werden für die gängigen Kältemittel andere Treibhauspotenziale genannt, als die mir bekannten. Gab es hier ebenfalls Änderungen und woher bekomme ich die aktuellen GWP-Werte?


Ihre Frage ist durchaus berechtigt. Da die neue F-Gase-Verordnung[1], die ab 1.1.2015 gilt, nicht mehr die Kältemittelfüllmengen der Anlagen sondern die CO2-Äquivalente betrachtet, muss man es jetzt mit den GWP-Werten schon genau nehmen.

Da es verschiedene Quellen für GWP-Werte gibt, findet man auch unterschiedliche Werte. Gemeinsam ist diesen inzwischen immerhin, dass sie sich auf den Vergleich zu CO2 und einen Zeit­horizont von 100 Jahren beziehen. Auch das war in der Vergangenheit nicht selbstverständlich.

Die EG-Verordnungen beziehen sich auf den jeweils vereinbarten Bericht des IPCC (Weltklimarat - Intergovermentable Panel of Climate Change). Die derzeit noch gültige EG-Verordnung 842/2006 nimmt Bezug auf den dritten Sach­standsbericht aus dem Jahr 2001. In diesem war bespielsweise der bekannte GWP-Wert für den HFKW R134a von 1300 zu finden.

Die novellierte F-Gase-Verordnung schreibt vor, dass die Berechnung, wenn möglich, auf der Grundlage des Vierten Sachstandsberichts des IPCC aus dem Jahr 2007 erfolgt. In diesem Bericht sind die Treibhauspotenziale der gängigen Kältemittel im Schnitt etwas höher angesetzt. Die aktuell gültige DIN EN 378-2012 Teil 1 enthält noch die alten GWP-Werte und kann daher nicht als Quelle herangezogen werden.

Aktuelle GWP-Werte können aber beispielsweise der Verordnung (EU) Nr. 517/2014entnommen werden. Allerdings sind dort naturgemäß nur die Treibhauspotenziale für Reinstoffe zu finden. Kältemittelgemische wurden nicht berücksichtigt.

Der GWP-Wert eines Gemischs wird als massegemittelter Wert berechnet, der aus der Summe der Massenanteile der einzelnen Stoffe, multipliziert mit deren GWP-Werten, hergeleitet wird, wobei hier auch Stoffe eingeschlossen werden, die nicht zu den fluorierten Treibhausgasen gehören (z. B. R290).

 

Rechenbeispiel für R410A (Gemisch aus 50 % R125 und 50 % R32):

GWP (R410A) = 50 % * 3500 + 50 % * 675 = 2085,5 ~ 2090

Tabelle mit GWP-Werten

Kältemittel- bezeichnung

GWP100
R14 7390
R23 14800
R32 675
R125 3500
R134a 1430
R143a